Der Kiosch…

Was bitte ist ein Kiosch? wer bitte kommt auf eine solche Wortkreation?

Am vergangenen Samstag fand in Zusammenarbeit mit der ICB, der Initiative für Christliche Bildung für eine Weiterbildung zum «Haus der kleinen Forscher» statt. 65 Erzieherinnen und Erzieher aus neun verschiedenen Kitas, vorwiegend aus Winterthur haben den Weg an die Weiterbildung der Stiftung SalZH zum Thema «Haus der kleinen Forscher» gefunden.

Der Stiftung «Haus der kleinen Forscher» die grösste Initiative in Deutschland zum Thema MINT und Bildung für nachhaltige Entwicklung im Kleinkindalter, gab vorab einen Einblick über die Struktur und Funktionsweise der Stiftung. Von dieser Bildungsinitiative, die auch von der Industrie unterstützt wird, sind in Deutschland rund 2.6 Mio Kinder betroffen, es sind 79’000 pädagogische Fachkräfte involviert, 5300 Institutionen sind zertifiziert und rund 600 Trainerinnen entwickeln und bilden laufend weiter. Klares Ziel: Mädchen und Knaben sollen stark für die Zukunft werden und lernen, selbstbestimmt zu denken und verantwortungsvoll zu handeln.

Vermittler der Ideen in den Institutionen sind die sogenannten Trainerinnen, die die Kitas für die Initiative zu begeistern versuchen, die anschaulich vorführen, welche Fragestellungen, welcher Input die Kinder motiviert, sie versuchen, weitere Institutionen zu überzeugen und zertifiziert diese letztendlich auch im Zweijahresrhytmus.

Am Beispiel des Frosches, der sich im Teich noch als Kaulquappe mit dem Fisch anfreundet und diesem dann nach der Erkundung der Welt von seiner Begegnung mit einer Kuh auf der Weide erzählt, wird allen Beteiligten klargemacht, wie sich «forschendes Lernen» anfühlt. Die Kuh habe vier Beine, Hörner und rosa Beutel, die die Milch enthalte, erzählt der Frosch. Wie stellt sich dann der Fisch mit dem ihm bekannten Wissen die Kuh vor?

 

Die Erfahrung im Team zeigt es – die einen haben den Fisch zu einem «Kiosch» – einer Mischung aus Kuh, Fisch und Frosch «weiterentwickelt», ihm nebst Flossen, unnütze Beine und Euter angedacht, derweilen anderen den Frosch mit Hörner versehen haben und die Milch in rosa Beuteln, ähnlich den Laichschnüren versorgt wussten. So zeigt es sich, dass der unterschiedliche Wissenstand mit neuem Input ohne Vorgabe oder «richtige Antwort» zu sehr kreativen und spektakulären Ergebnissen führen kann. Ganz nebenbei wird die Sprache trainiert, es gilt, sich in der Gruppe durchsetzen zu können und seine Beobachtungen zu kommunizieren.

Unspektakuläres Alltagsmaterial und Begegnungen mit der Natur ergeben genug Forschungsmaterial, damit inspiriert geforscht, entdeckt, getüfelt und kreativ interpretiert werden kann. Die Wichtigkeit der ErzieherInnen zeigt sich im behutsamen Beobachten, Lenken und Motivieren der anvertrauten Kinder.

Im Anschluss an Theoriemorgen, folgten fünf thematische Tauchgänge aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Technik, Naturwissenschaften und Bildung für nachhaltige Entwicklung. Am Beispiel der Technik galt es etwa aus dem vorgegebenen Material etwas herzustellen, was auf einer Schnur balancieren kann.

 

Oder es galt Playmobil-Menschen von A nach B zu transportieren in einer Umgebung, wo der Individualverkehr infolge Ausfall der Bahn und des Flugverkehrs komplett zusammen gebrochen ist. Beispiele aus dem (bekannten) Alltag führten auch hier zu einer breiten Lösungspalette.

Fazit: auch wenn die Schweiz im Vergleich zum deutschen «Haus der kleinen Forscher» kein vergleichbares Engagement von Industrie und Staat vorweisen kann, so ist diese Weiterbildung eine einmalige Gelegenheit, die uns anvertrauten Kinder neu anzuleiten und zu selbständig denkenden, fragenden, neugierigen Wesen zu fördern, damit sie letztendlich zu unser aller Wohl unsere Zukunft in Angriff nehmen können.

22.09.19 / Tina Peter Meyer